Unser neues Leben startet jetzt

Es ist soweit. Ewig haben wir auf diesen Tag gewartet und immer wieder hat sich das Datum nach hinten verschoben. Am 14. April fahren wir dann aber tatsächlich so richtig los. Von Horst in die Welt. Den letzten Monat haben wir bei meinen Eltern verbracht und noch einige (geplante und ungeplante) Dinge am Bus zu erledigen gehabt.

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Eigentlich wollten wir maximal zwei Wochen bleiben, aber so ist es nun mal manchmal im Leben und auch bietet es schon einmal einen Vorgeschmack auf unser zukünftiges Leben – da wird sicherlich auch nicht immer alles nach Plan verlaufen. (Was auch gut so ist.)

Der letzte Abschied

Zur Feier des Tages regnet es natürlich in Strömen – gut für den dramatischen Effekt, schlecht für die Sicht. Der letzte Abschied steht an. Wir müssen uns von meinen Eltern und meiner Schwester verabschieden. Für sie ist es natürlich ziemlich traurig und die Tränen kullern. Wir sind eher energetisch und freuen uns auf alles Bevorstehende. Als wir dann aber um die nächste Kurve fahren, setzen auch bei uns ein paar Tränen ein. Die Last die abfällt, der Abschied, das Losfahren: alles übermannt uns.

Aber schnell sind wir wieder auf der Spur. Wir müssen noch einkaufen und Motoröl aus dem Baumarkt besorgen. Irgendwann geht es dann auf die Autobahn, durch den Elbtunnel Richtung Norden. Eigentlich wollten wir an diesem Tag schon an die dänische Grenze fahren, aber die Zeit vergeht dann doch schneller als gedacht und der Regen lädt auch nicht gerade zum langen fahren an. Wir entschieden uns also den ersten Stopp in der Nähe von Itzehoe zu machen. Gerade mal 88 Kilometer hinter der Heimat. Aber hey wir sind auf dem Weg. Wir finden in der App Park4Night einen kleinen Parkplatz an einem See. Wir sind zufrieden mit unserem ersten Platz und froh, dass wir ihn so schnell und problemlos gefunden haben.

Wow, jetzt sind wir also mittendrin in diesem Vanlife. Und jetzt? Erstmal das Geschenk meiner Mutter auspacken. So goldig, sie hat uns ein kleines Paket mit nützlichem Allerlei zusammengestellt. Von Warnleuchte zu Geschirrhandtuch und Korkenzieher. Hach, auf Muttis ist halt Verlass. Viel können wir mit diesem Tag nicht mehr anstellen. Wir machen einen Spaziergang um den See und freuen uns einfach endlich unterwegs zu sein. Endlich das Leben zu beginnen, auf das wir so lange hingearbeitet haben. Nur fällt mir dann ein, dass ich meine Lieblingsjacke vergessen habe – Mist, naja irgendwann werde ich sie schon wiederbekommen. Wird wohl nicht das erste und letzte Mal sein, dass wir etwas vergessen oder verlieren werden.

Langsam aber sicher in den Norden

Das erste Frühstück am nächsten Morgen ist natürlich bezaubernd. Wir machen das ja nicht zum ersten Mal, aber es fühlt sich jetzt irgendwie anders an. Echter. Endgültiger. Wir essen und blicken andauernd begeistert aus dem Fenster. Nicht dass wir hier am allerschönsten Flecken stehen, aber für uns fühlt es sich wunderschön an, endlich mitten in der Natur zu stehen und unser Ding zu machen. Später geht es dann, noch immer im Regen, weiter nach St. Peter Ording. Einer unserer Sehnsuchtsorte. Man muss dazu wissen, dass wir vor acht Jahren schon einmal gemeinsam einen Roadtrip in den Norden gemacht haben. Damals mit Auto und Zelt durch Dänemark, nach Norrköping in Schweden.

Dabei war unser erster Halt St. Peter Ording (da Marks Lieblingsserie „Gegen den Wind“ ist). Nach so langer Zeit mal wieder hier zu sein fühlt sich gut an. Und auch generell am Meer zu sein ist für mich natürlich das Größte. Ich liebe das Rauschen und den Wind. Der Regen dürfte natürlich gerne etwas nachlassen, aber so einem Hamburger Deern wie mir kann das ja egal sein. Zum Übernachten wollen wir wieder etwas raus fahren. In so einem Touristendomizil ist es dann doch eher schwierig einen guten Platz zu finden. Einige Kilometer im Landesinneren finden wir einen großartigen Stellplatz. Extra für Wohnmobile ausgeschildert, aber umsonst und wunderschön. Nah am Wasser und direkt neben einem Deich mit Schafen. Dazu kreisen über uns die Gänse. Idyllischer könnte es nicht sein.

Eine neue Welt kann gefüllt werden

Für die ersten Wochen haben wir uns vorgenommen, erstmal richtig Urlaub zu machen. Nach der ganzen Bauerei und Planung brauchen wir dann doch erstmal eine kleine Auszeit und wollen nicht gleich wieder arbeiten. Ich denke das haben wir uns auch verdient. Wir starten also entspannt in die ersten Tage und nehmen uns nicht sonderlich viel vor. Ich bin allerdings voller Tatendrang und nutze die Zeit um mal wieder joggen zu gehen und backe unser erstes Brot – naja, da müssen wir noch dran arbeiten. Mark schnappt sich die Ukulele und übt seine ersten Akkorde.

Irgendwann schlägt sich das Wetter auch mal auf unsere Seite und wir können endlich draußen sitzen. Wir zelebrieren das Kochen und Essen sehr und bleiben zwei Tagen an diesem schönen Ort. Unsere erste Dusche gibt es dann auch endlich. Witzig, wie aufregend so banale Dinge wie die Körperhygiene auf einmal wieder werden können. Erst will der Boiler dann auch nicht richtig anspringen. Mist denke ich, die ersten Probleme schon am dritten Tag? Was nun? Zu Hause hatte doch alles noch einwandfrei funktioniert. Wir probieren es einfach weiter. Nach drei Versuchen läuft er dann aber und die ersten heiße Dusche ist ein Genuss. Und wir natürlich super erleichtert.

Morgen geht es dann nach Dänemark. Endlich ein anderes Land. Wir freuen uns und sind gespannt, was die Reise so mit uns macht und wie alles so verlaufen wird.

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